Studie der Industrie zeigt: Die externe Festplatte wird nur zu unter 3 % für Privatkopien genutzt

Der Informationskreis AufnahmeMedien hat zusammen mit dem Bitkom eine Studie bei der GfK in Auftrag gegeben, um zu ermitteln, wie externe Festplatten tatsächlich urheberrechtlich relevant genutzt werden. Eine „Studie“, die seitens der ZPÜ angeblich hierzu gemacht wurde, wurde den Industrieverbänden nie vorgelegt – trotz mehrfacher Nachfragen. Nunmehr haben die Industrieverbände selbst eine Studie erstellen lassen. Wie die Industrie es bereits im Vorfeld vermutet und während der Verhandlungen vertreten hat: Die externen Festplatten werden nur zu einem geringen Teil überhaupt für vergütungsrelevante Kopien verwendet. Mehr als die Hälfte wird gar nicht genutzt, ein großer Teil sind Sicherungskopien und selbst erstellte Dateien und Fotos. Insgesamt werden externe Festplatten durchschnittlich zu weniger als 3 % (!) für vergütungsrelevante Kopien verwendet.

Darüber hinaus werden 58% der externen Festplatten ausschließlich nur zur Datensicherung verwendet! Dies ist aus Sicht der Industrie kein vergütungsrelevanter Vorgang. Vielfach handelt es sich hierbei um Vorgänge im Rahmen gewerblicher oder beruflicher Tätigkeit, z.B. um firmeninterne Backups oder aber Verbraucher möchten sich nur ihre eigenen Daten bzw. das bereits Gekaufte erhalten. Ein Urheber wird hierbei nicht geschädigt.

Die Verwertungsgesellschaften hatten letztes Jahr für externe Festplatten eine als „Tarif“  bezeichnete Forderung pro Stück in Höhe von 7 € (<1TB) bzw. 9 € (≥1TB) veröffentlicht. Ein Tarif kann jedoch nur aufgrund eines gültigen Gesamtvertrages oder frühestens aufgrund einer neutralen wissenschaftlichen Nutzungsstudie im Rahmen eines Gesamtvertragsverfahrens veröffentlicht werden. Tatsächlich handelt es sich um aus der Luft gegriffene, grotesk überhöhte Beträge ohne jede rechtliche Bedeutung. Hinweise der Industrie zur Nutzung der Produkte wurden während der Verhandlungen ignoriert. Die Studie der Industrie zeigt nun einmal mehr, dass die Industrie bisher immer mit realistischem Blick für die Nutzung ihrer Produkte verhandelt und agiert hat, während die Verwertungsgesellschaften weiterhin lediglich hohe, unbegründete Forderungen in der Raum stellen. Damit bestätigen sie, ähnlich wie kürzlich bei Speicherkarten und USB-Sticks, das Fehlen jeden Respekts vor dem Gesetz und den wirtschaftlichen Realitäten und zeigen sich der hohen Verantwortung, die ihnen gesetzlich zugeschrieben wird, nicht gewachsen.

Die Verwertungsgesellschaften sind obendrein nicht in der Lage, den Markt auch nur annähernd zu erfassen. Sie konzentrieren sich lediglich auf die Unternehmen, die den bekannten Verbänden angehören. Außenseiter entgehen durchweg jeglicher Belastung mit der Pauschalvergütung für Privatkopien, auch schon im Forderungsstadium, und verschaffen sich dadurch erhebliche Wettbewerbsvorteile. Ob und wie die Industrieverbände gegen diese für ihre Mitglieder teilweise existenzgefährdenden Verhältnisse vorgehen können, wird derzeit geprüft.

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